Aktuelle Ernte: Höhere Fallzahl, mehr Mutterkorn
Die Weizenernte 2026 fällt mit 20,46 Millionen Tonnen deutlich kleiner aus als im Vorjahr, während beim Roggen vor allem erhöhte Mutterkornwerte und eine geringere Enzymaktivität auffallen. Das zeigen die Ende September aktualisiert veröffentlichten Ergebnisse der zweiten Ernteschätzung des Statistischen Bundesamtes und die vorläufigen Ergebnisse der Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung (BEE) des Max Rubner-Instituts (MRI). Vom Rückgang des Weizenertrags besonders betroffen sind Baden-Württemberg (-16,3 Prozent) und Bayern (-15,4 Prozent). In allen Bundesländern liegt der durchschnittliche Ertrag mit 72,6 Dezitonnen je Hektar unter dem Vorjahreswert (79,0 dt/ha). Neben den schwächeren Hektarerträgen sei auch die um 2,6 Prozent kleinere Anbaufläche für Weizen ein Grund für die geringere Ernte, so der Mehlreport. Erstmals hat das Statistische Bundesamt für 2026 auch Zahlen zu Dinkel separat ausgewiesen: 826.500 Tonnen Erntemenge auf 154.400 Hektar Anbaufläche.
Auch beim Roggen ist die Anbaufläche weiter gesunken. Die Erntemenge liegt 2026 bei 2,87 Millionen Tonnen (2025: 3,03 Millionen Tonnen). Witterungsbedingt zeigten sich hier ebenfalls starke regionale Unterschiede in den Hektarertägen: 45 Dezitonnen pro Hektar im Süden und bis zu 65 Dezitonnen pro Hektar in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein. Bezüglich der Qualität fielen laut Mehlreport bei beiden Getreidearten die deutlich höheren Fallzahlen auf, die auf eine geringere Enzymaktivität hindeuteten. Beim Weizen sind zugleich die Feuchtklebergehalte leicht gestiegen. Besondere Aufmerksamkeit erfordere der Mutterkornbefall beim Roggen: Das Vorkommen von Mutterkornsklerotien ist im Mittel auf 0,13 Gewichtsprozent gestiegen (Vorjahr: 0,08). Jede zweite untersuchte Roggenprobe überschritt den Wert von 0,02 Gewichtsprozent. Der Bericht empfiehlt deshalb eine aufmerksame Getreideannahme und gründliche Reinigung.
Der vollständige Mehlreport (Ausgabe 36) mit den aktuellen Ernte- und Qualitätsdaten lässt sich online über die Website der Vereinigung Getreide-, Markt- und Ernährungsforschung kostenlos herunterladen.