Brot für 60 US-Dollar – jetzt spricht Martin Auer

Das Atelier Martin Auer in Graz. Foto: BJ / Benno Kirsch 2021

Der Grazer Bäcker Martin Auer hat vor wenigen Wochen in New York eine Niederlassung eröffnet und damit ein lange geplantes Projekt zum Abschluss gebracht: Roggenbrot aus österreichischem Mehl für Amerika! Nun ist New York ein teures Pflaster, und deshalb verlangt er für einen Eineinhalb-Kilo-Laib 60 US-Dollar – die Aufregung in der Heimat ist jetzt groß.
Befragt von der Zeitung Der Standard, sagte Auer, dass der Preis die Kosten der für das Produkt eingesetzten Rohstoffe und die Lebenshaltungskosten in Amerikas teuerster Stadt widerspiegele. Er sagte: „Wir sind am teuersten Ort, an dem man das wahrscheinlich machen kann. Dazu kommen die hohen Löhne und die gesamte Infrastruktur. Und wir haben sehr viel in die Entwicklung und Gestaltung investiert. Und wir haben uns die Frage gestellt: Welchen Preis müssen wir verlangen, damit wir überleben können?“
Über die Reaktionen, die das neue Geschäft in Österreich hervorgerufen hat, zeigt sich Auer verwundert. Vor Ort seien die Reaktionen allerdings „relativ entspannt“ und „überwiegend fein“. Grundsätzlich verstehe er die Aufregung nicht; wohl sei Brot ein Grundnahrungsmittel, aber andererseits auch ein Luxusprodukt, für das man einen entsprechenden Preis verlangen könne. „Eine Uhr, eine Handtasche oder ein Auto darf sehr teuer sein. Bei einem Brot scheint plötzlich eine andere Logik zu gelten.“
Für den Preis bekomme der Kunde auch einen Gegenwert: „Ein hoher Preis muss aber auch eine entsprechende Leistung dahinter haben. Wenn ich viel Geld für ein Produkt verlange, muss ich auch etwas liefern, das diesen Preis rechtfertigt. Am Ende entscheidet der Kunde.“ Es gebe auch im Supermarkt gutes Brot, er aber habe sich für die handwerkliche Variante an diesem Standort entschieden. „Niemand muss dieses Brot kaufen. Du kannst ein Brot um drei, fünf oder acht Euro kaufen. Oder du kannst sagen, ich möchte dieses besondere Brot probieren. Genau das ist doch das Schöne an der Marktwirtschaft.“
Martin Auer wurde 2016 mit dem Marktkieker ausgezeichnet.

Teile diesen Post
Nichts mehr verpassen? Dann abonniere unseren Newsletter!

Dieses Formular wird durch Google reCAPTCHA geschützt. Es gelten die Datenschutzerklärung und die Nutzungsbedingungen von Google.

Um dieses Formular abzusenden, benötigen wir Deine Zustimmung zur Nutzung von Google reCAPTCHA.
Autor
Benno Kirsch
Veröffentlicht am 28.09.2026
Kontaktiere uns
Luisenstraße 34
49074 Osnabrück
+49 (0)541 58 05 44-30
©2026 INGER Verlagsgesellschaft mbH