CoffeeBusiness Ausgabe 2/2022 - Thema: Verpackung

Wir haben ausgewählte Röster gefragt, welche Kaffeeverpackungen sie verwenden und warum sie sich für diese entschieden haben. Das waren die Antworten: Hans Richarz-Hilberg (rechts), von der Dauner Kaffeerösterei aus Daun, sagt: [caption id="attachment_21817" align="alignleft" width="200"] (Fotocredit: CB / Kristina Bomm 2021)[/caption] Aktuelle verwenden wir zu 100 Prozent Verbundfolienverpackungen, alle mit Ventil. 89 Prozent mit OPP/ALU/PE. Die haben einen extrem guten Produktschutz, sind kostengünstig, und individuell für uns bedruckt. Fünf Prozent sind mit Kartonkaschierung außen, ohne Aluminium. Sie wirken edel, im handwerklichen Look, und können für Spezialeditionen verwendet werden. Zu fünf Prozent – nur im Ladenverkauf – verwenden wir die Beutel Bio Natura Met („biologisch abbaubar, hergestellt aus nachwachsenden Rohstoffen“), sie suggerieren die vermeintlich beste Nachhaltigkeit, aber bieten einen geringeren Produktschutz. Zu einem Prozent nutzen wir wiederbefüllbare Dosen von Ströbel (Pappe, Aluminium, Kunststoffdecke). Prinzipiell richten wir uns nach der Produktqualität und dem Preis. Für uns entscheidend ist außerdem, dass sich die Produktion in Europa befindet. Wir erhalten durch unsere – eher konservativen – Endkunden wenig Nachfragen zu nachhaltigeren Verpackungen. „Hinter“ die Verpackung schauen nur wenige Kunden. Nach außen kann eine Kaffeetüte haptisch und optisch Nachhaltigkeit simulieren (Karton-Außenhülle). Innen besteht sie dann aber doch aus Aluminium und Folie. Lokale Kunden kommen dann eher mit eigener Verpackung oder mit unseren Kaffeedosen und lassen sie befüllen (Stichwort „unverpackt“). Wiederverkäufer, also Einzelhandel und Märkte, stellen eher Anspruch an den Produktschutz als an Nachhaltigkeit. Tatsächlich ist unser eigener Anspruch als Röster und Inverkehrbringer der größere Motivator, nach der idealen Verpackung zu suchen. Seit Gründung unserer Kaffeerösterei 2004 sind wir auf der Suche nach der besten Verpackung bezüglich Qualität, Nachhaltigkeit, Kosten und Produktion in Deutschland beziehungsweise Europa. Leider sind wir bis heute noch nicht am Ziel. Als kleines Unternehmen hängen wir dann doch wieder nur an kleinen Produktionsmengen. Die optimale Verpackung muss möglichst nachhaltig sein, darf aber nicht mehr als 30 Cent pro Beutel kosten. Ein deutscher Partner, mit Produktion der Beutel in Europa, wäre für uns ideal. Oliver Hässelbarth, von Leons RoastHouse aus Essen, sagt: [caption id="" align="alignleft" width="200"] (Fotocredit: Leons RoastHouse 2021)[/caption] Ich arbeite von Anfang an mit einer Firma aus Deutschland zusammen, die qualitativ hochwertige Verpackungen für das tolle Produkt Kaffee herstellt. Hier beziehe ich Beutel in verschiedenen Größen und Farben mit Ausgasventil, denn die Kaffeeverpackung ist ja auch eine Reifeverpackung, in der der Kaffee sein Aroma entwickeln kann. Ich nutze Alu und Kraftpapier noch zu gleichen Teilen. Ich habe allerdings auch Kunden, die ihren eigenen Behälter mitbringen, um ihn hier befüllen zu lassen. Ich biete ebenfalls Leihbehälter von 500 bis 2.000 Gramm an, die sich meine Kunden immer wieder neu befüllen lassen können. Also, es gibt schon einige Möglichkeiten der Verpackungen, die auch sehr vielfältig sein können. Man sollte schon besonders auf dieses Thema schauen, denn Kaffeeröster wollen und/oder müssen ihr hochwertiges Produkt gut geschützt wissen. Das ist für uns genauso wichtig, wie auf den ökologischen Aspekt zu achten. Olga Gallina, von Die Kaffee Privatrösterei Olga Sabristova aus Düsseldorf, sagt: [caption id="attachment_21820" align="alignleft" width="300"] (Fotocredit: Die Kaffee Privatrösterei Olga Sabristova 2019)[/caption] Wir verwenden in unserer Rösterei 250-Gramm-, 500-Gramm- und Ein-Kilogramm-Tüten. Unsere Tüten sind matt schwarz, ohne Aluminium, wiederverschließbar mit Druckverschluss und haben ein Aromaschutzventil. Wichtig für uns ist, dass die Verpackungen aluminiumfrei und wiederverschließbar sind. Gerade durch die aktuelle Corona-Situation und die dadurch vermehrte Müllproduktion sind unsere Kunden – und natürlich auch wir – nachhaltiger und verantwortungsvoller geworden. Abgesehen davon haben die Kunden bei uns klar die Erwartungen, dass Verpackungen nicht nur verschweißt werden, sondern wiederverschließbar sind. Eine große Herausforderung in unserer Branche ist die Müllreduktion. Deswegen können unsere Kunden ihre eigenen Verpackungen, Dosen oder Behältnisse mitbringen. Diesen, wenn auch kleinen, Schritt für die Umwelt belohnen wir mit fünf Prozent Rabatt beim Kauf unserer Bohnen. Das wird von den Kunden sehr gut angenommen und aktiv nachgefragt – ebenso wie eigene Trinkgefäße, die wir gerne auffüllen.
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Autor
Henning Tau
Veröffentlicht am 30.03.2022
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