INTERVIEW MIT HENRIK OEVERMANN, CEO DIOSNA DIERKS & SÖHNE GMBH
Welche Folgen hat die aktuelle Krise kurz- und mittelfristig auf die DIOSNA Dierks & Söhne GmbH?
Henrik Oevermann: Da es fast stündlich neue Ankündigungen und Maßnahmen gibt, um die Infektionskurve möglichst flach zu halten, sind aussagekräftige Prognosen derzeit fast unmöglich. Wie jedes produzierende Unternehmen in Deutschland, bemerken auch wir die Unsicherheit unserer Kunden und Mitarbeiter. Glücklicherweise setzen wir schon seit 135 Jahren auf „Made in Germany“, sodass wir das Tagesgeschäft in der Produktion fast uneingeschränkt fortführen können. Mit unseren hochwertigen Knetmaschinen für Backwaren bedienen wir einen Markt für eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel. In dieser Krise beobachten wir sogar einen erheblichen Anstieg an industriell hergestellten und verpackten Produkten. Unsere Aufgabe ist es, jetzt dafür zu sorgen, dass wir alles in unserer Macht stehende veranlassen, um diesen Bedarf auch zu decken. Ob uns das kurz- und mittelfristig gelingt, hängt von vielen Faktoren ab.
Welche Maßnahmen ergreift die DIOSNA innerbetrieblich und kundenspezifisch?
Henrik Oevermann: Unser Ziel ist es selbstverständlich alles zum Schutz unserer Mitarbeiter und Kunden zu unternehmen. Unsere Produktionsstätten sind so weitläufig, dass die Arbeitsbereiche voneinander getrennt sind. Auf das Thema Hygiene wird seit jeher großen Wert gelegt, trotzdem wurden alle Mitarbeiter zusätzlich geschult. Unsere Angestellten arbeiten wenn möglich im Homeoffice. Interne Meetings sowie Gespräche mit unseren Kunden und Geschäftspartnern finden, wenn möglich, online statt.
Wie steht es um die Lieferfähigkeit, ist die Produktion gefährdet?
Henrik Oevermann: Unsere Kunden können sich hier hundertprozentig auf uns verlassen, denn unsere hauseigenen Werkstätten sind bestens organisiert. Bereits bestätigte Bestellungen werden selbstverständlich auch bearbeitet und ausgeliefert. Sollte es hier zu krankheits- oder auch lieferantenbedingten Verzögerungen kommen, informieren wir unsere Kunden rechtzeitig. Hierfür wurden zuverlässige Prozesse entwickelt, um den Informationsstand aktuell zu halten. Sofern diese Produktionsketten funktionieren, können wir auch zukünftig termingerecht ausliefern. Einschränkungen ergeben sich natürlich durch die Einschränkung der Reisefreiheit. Dies betrifft vor allem unsere Experten, welche bei den Kunden arbeiten. D.h. Verkäufer, technische Monteure, Technologen, Programmierer und Inbetriebnehmer. Die DIOSNA Gruppe verfügt jedoch über ein großes Netzwerk an kompetenten Vertriebs- und Servicemitarbeitern und zuverlässigen Partnern, welches erlaubt, vor Ort auf das jeweilige Fachpersonal zuzugreifen und einen gut strukturierten Kundendienst anzubieten.
Welche Maßnahmen ergreifen Sie, um die Messestornierungen zu kompensieren?
Henrik Oevermann: Als Marktführer sind wir immer bestrebt, unseren Kunden etwas Besonderes zu bieten. So testen wir aktuell, wie wir Social Media und Tools wie 3D-Scans einsetzen können, um mit unseren Kunden zu interagieren. Wir nutzen die Digitalisierung als Chance, um neue Wege zu entwickeln. Sie dürfen gespannt sein, was wir uns noch alles einfallen lassen.
Was raten Sie Ihren Kunden grundsätzlich in dieser ungewissen Situation?
Henrik Oevermann: Die häufig belächelte Eifrigkeit der Deutschen bei der Organisation und Regelung hilft uns in Situationen wie dieser sehr. Jetzt können Sie sich darauf verlassen. Mein Rat ist daher, die Ruhe zu bewahren, regional, z.B. beim Bäcker und Lebensmittelhändler vor Ort einkaufen und aktiv dazu beitragen, die Anzahl der Infektionen so langsam wie möglich ansteigen zu lassen, um das jeweilige Gesundheitssystem funktionsfähig zu halten.
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Autor
Henning Tau
Veröffentlicht am
26.03.2020