Kommentar: Vertrauenssache
Zu den segensreichsten Einrichtungen des Bäckerhandwerks gehören zweifellos die Erfakreise. Für viele Betriebe ist die Teilnahme hier und der Austausch mit den anderen Bäckereien sogar wichtiger als die Mitgliedschaft in Innung oder Verband. Auf der Basis gegenseitigen Vertrauens profitieren die Bäcker wechselseitig von den Erfahrungen der Kollegen, die nicht mit ihnen im Wettbewerb stehen. Mit dem Auftreten der Finanzinvestoren hat dieses Vertrauen Risse bekommen. Verkäufe von Bäckereien gab es natürlich schon vorher. Der Käufer war bisher aber meist ein anderer Bäcker aus dem Verbreitungsgebiet des jeweiligen Betriebs. Nun kann es passieren, dass der Käufer eine Investorengruppe ist, zu der schon einer der härtesten Wettbewerber des Erfa-Betriebs gehört. Jetzt werden sich die verkaufenden Unternehmer sicher noch dem Ehrenkodex verpflichtet fühlen, aus ihrem Wissen kein Kapital gegen den Erfakollegen zu schlagen. Aber wie sieht die Sache langfristig aus? Es wäre schade, wenn so der Erfagedanke Schaden nehmen würde. Es liegt in der Verantwortung der Organisatoren, entsprechende Sicherungsmechanismen einzuziehen.