Konferenz des Zentralverbandes zur Gaspreisbremse: Bäckerhandwerk setzt nicht auf Eskalation
Vizepräsident Jürgen Hinkelmann. Foto: BJ / Dirk Waclawek 2019
Das Bäckerhandwerk versucht bisher auf unterschiedlichen Wegen, Einfluss auf die Politik der Bundesregierung zu nehmen. Während in manchen Landesverbänden eine deutliche Ansprache favorisiert wird, setzt der Zentralverband eher auf moderate Töne, um den Gesprächsfaden nicht abreißen zu lassen. Beide Ansätze laufen bisher parallel. Vizepräsident Jürgen Hinkelmann warb zu Beginn der Videokonferenz bei den gut 300 Teilnehmern um Verständnis für die Strategie des Zentralverbandes. Man arbeite miteinander, nicht gegeneinander.
Im Anschluss stellte ZV-Geschäftsführer Friedemann Berg die bisherigen Aktivitäten der Interessenvertretung vor und erläuterte außerdem, was bisher erreicht wurde. So sei die geplante Gasumlage zurückgenommen und außerdem eine Gaspreisbremse angekündigt worden. Seit dem 10. Oktober liegen nun die Vorschläge der Expertenkommission zur Gaspreisbremse vor. Bisher handele es sich nur um einen Vorschlag, seitens des Kanzleramts sei aber signalisiert worden, dass der Kommissionsvorschlag im Großen und Ganzen übernommen werden soll. Die Pläne kommentierte ZV-Referent Christopher Kruse aus Sicht des Bäckerhandwerks.
Zu den Plänen, die die KMU und damit den Großteil des Bäckerhandwerks betreffen:
- Gaskunden erhalten im Dezember 2022 eine Einmalzahlung in Höhe des Abschlags von September 2022. Die Auszahlung soll bürokratiearm gestaltet werden.
- Ab März 2023 gilt die Preisbremse mit einer Deckelung auf 12 ct/kwh für ein Grundkontingent. Das Grundkontingent beträgt 80 Prozent des Verbrauchs, der für die Abschlagzahlung September 2022 zugrundegelegt wird. Die Regelung gilt bis zum April 2024.
- Erfreulich: Für KMU scheint eine unbürokratische Lösung favorisiert zu werden.
- Allerdings liege man immer noch weit über dem Durchschnittspreis des Jahres 2021.
- Offen sei noch, wie es nach dem April 2024 weitergehen soll.
- Die Kommission hat sich noch nicht zu Öl oder Strom geäußert. Hier müsse es im Sinne des Bäckerhandwerks eine vergleichbare Lösung geben.
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Autor
Dirk Waclawek
Veröffentlicht am
11.10.2022