Mehr als der höchste Preis

In den letzten Jahren haben Investoren wie das Haus der Bäcker oder Auctus Capital die Branche aufgemischt. In dieser Ausgabe widmen wir uns bewusst Nachfolgelösungen, die ohne diese Investoren auskommen. Nicht, weil wir die Realität verweigern. Natürlich kann ein Verkauf in diese Richtung sinnvoll sein, wenn man sein Lebenswerk versilbern möchte. Vielleicht liegt dort das bessere Angebot auf dem Tisch. Trotzdem haben wir die Idee des Bäckerhandwerks als mehr als ein bloßes Geschäftsmodell noch nicht aufgegeben. Wer möchte, dass sein Betrieb mit ähnlicher Leidenschaft weitergeführt wird, dürfte auf anderen Wegen glücklicher werden. Einfach ist das nicht. Wie so häufig muss man früher anfangen, als es sich gerade dringend anfühlt. Und die größten Hürden liegen erstaunlich oft nicht bei Steuern, Verträgen oder der Finanzierung, sondern in der Kommunikation: Erwartungen bleiben unausgesprochen, Verantwortung wird offiziell abgegeben und inoffiziell doch festgehalten, oder beide Seiten meinen mit „Weiterführung“ etwas völlig anderes. Am Ende braucht es vor allem auch: die Bereitschaft, loszulassen, wenn die Zeit gekommen ist. Vielleicht fällt genau das leichter, wenn auf der anderen Seite jemand steht, der für das Gleiche brennt. Solche Menschen stehen nicht Schlange. Aber es gibt sie. Die Suche kann sich lohnen.
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Autor
Lukas Orfert
Veröffentlicht am 06.08.2026
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