Newsletter 30/2022
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Inhalt
Allgemeine Nachrichten
- Deutliche Tariferhöhungen in Berlin und Brandenburg
- Forderung: Herkunft der Brotmehle in Österreich soll deklariert werden
- Bäko Workshop bleibt geschmeidig
- Biokaiser bringt Genderfiliale „biokaiser*in“ auf den Weg
- Handtmann: Spezialisierter Service für Industrie und Handwerk
- Großes Lob für 30 neue Bäckermeister
- Tipp der Woche: Wie Sie bei Personalmangel den Aufwand in den Filialen reduzieren, Teil 2
1. Deutliche Tariferhöhungen in Berlin und Brandenburg
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Jeder Bäcker wird den Mitarbeitern in Berlin und Brandenburg die Tariferhöhung gönnen. Der neue Abschluss des Landesverbandes mit der Gewerkschaft NGG zeigt allerdings auch, welche Kostensteigerungen auf die Branche in einigen Ländern durch den Mindestlohn zukommen – vor allem, wenn es weiter einen Lohnunterschied zwischen gelernten und ungelernten Kräften geben soll. Im Laufe der Jahre 2022 und 2023 steigen in Berlin und Brandenburg die Löhne und Gehälter der Beschäftigten hinter dem Verkaufstresen und in der Backstube je nach Tarifgruppe um mindestens 18, in einigen Fällen sogar um bis zu 44 Prozent. Das gaben der Landesverband und die NGG in einer gemeinsamen Pressemitteilung bekannt. Die unterste Tarifgruppe für ungelernte Arbeitskräfte liegt danach künftig bei einem Lohn von mindestens 12,50 Euro in der Stunde, der Stundenlohn für gelernte Bäcker und Bäckereifachverkäuferinnen bei entsprechender Berufserfahrung bei 15,15 Euro.
Der Bäckerinnungsverband wies darauf hin, dass in einem personalkostenintensiven Gewerbe wie dem Bäckerhandwerk, wo Lohnkosten die Hälfte der Gesamtkosten ausmachen, eine Lohnsteigerung von 20 Prozent eine Preissteigerung von zehn Prozent bedeutet. Es hänge also alles vom Verständnis und von der Treue der Kundinnen und Kunden ab. Nachdem die Entgelte im Berliner und Brandenburger Bäckerhandwerk bereits zum 1. März und 1. Juli diesen Jahres erhöht wurden, ist in dem Tarifvertrag eine weitere Erhöhungsstufe zum 1. September diesen Jahres sowie eine weitere Erhöhung zum 1. September 2023 vereinbart. Der neue Tarifabschluss sorgt außerdem für die Gleichstellung von Produktion und Verkauf: Erstmals wird das Entgelt einer gelernten Bäckereifachverkäuferin an das Lohnniveau eines Bäckers bzw. einer Bäckerin angeglichen. Ferner erfolgt ebenfalls im Jahr 2023 eine endgültige Angleichung des bisher niedrigeren Brandenburger Tarifniveaus an das höhere Berliner Lohn- und Gehaltsgefüge. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit bis zum 31. März 2024. Weiterlesen
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2. Forderung: Herkunft der Brotmehle in Österreich soll deklariert werden
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Der Wiener Bauernbund und der Verein Wirtschaften am Land haben gefordert, dass die Herkunft des Mehls bei Brot und Backwaren angegeben wird. Nach einer Untersuchung der Verbände werden lediglich rund ein Drittel der Backwaren in Supermärkten aus Mehl aus nachweislich österreichischer Herkunft hergestellt. Dieser Umstand „wirft Fragen auf“, meinte die Wiener Bauernbund-Direktorin und Bundesrätin Elisabeth Wolff. Laut einer Umfrage erwarteten „70 Prozent der befragten Konsumenten beim Kauf eines ‚österreichischen‘ Brotes, dass darin auch heimisches Getreide enthalten ist. Anstatt diesem Wunsch nachzukommen, wird es Konsumenten schwer gemacht, regionale Rohstoffe von Importware zu unterscheiden“, kritisierte sie. Die Pressekonferenz, auf der das Untersuchungsergebnis vorgestellt wurde, fand bei der Bäckerei Geier (Strasshof an der Nordbahn/Niederösterreich) statt. Die Bäckerei, die 2014 mit dem Marktkieker ausgezeichnet wurde, bezieht ihre Rohstoffe zu 80 Prozent aus einem Umkreis von 50 Kilometern um die Backstube.
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3. Bäko Workshop bleibt geschmeidig
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Ein ungewöhnliches Motto hat sich die Bäko Zentrale für ihren 32. Bäko Workshop in Mannheim ausgesucht. Vom 6. bis 8. November heißt es „Geschmeidig bleiben”. Nach Überzeugung der Genossen sind heute sogenannte „Soft Skills“ gefragt. Was zähle sei, geschmeidig zu bleiben. Egal ob Teig oder Mensch. Allen, Mitarbeitern wie Unternehmern, werde ein Höchstmaß an Flexibilität abverlangt. Inhaltlich hat das Bäko-Workshop-Team deshalb insbesondere die folgenden drei Punkte auf die Agenda gesetzt:
- Fachkräftemangel: Woher nehmen, wenn nicht stehlen?
- Der Spagat zwischen Handwerkstradition und digitaler Transformation
- Ein starkes Team durch eine strahlende Arbeitgebermarke
2020 und 2021 war der Bäko Workshop coronabedingt ausgefallen. „Nach zwei Jahren ohne unseren beliebten Kongress wollen wir mit dem Bäko-Workshop nun wieder erfolgreich durchstarten“, freut sich Moderator Marcus Höffer mit Blick auf November 2022. „Seit der letzten Ausgabe unseres Branchenkongresses 2019 ist so viel passiert. Es gibt viel zu besprechen, was wir natürlich auch auf der Bühne eingehend betrachten und diskutieren wollen.“ Weitere Infos zur Veranstaltung finden Sie auf der Website des Kongresses.
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4. Biokaiser bringt Genderfiliale „biokaiser*in“ auf den Weg
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Die Bäckerei Biokaiser aus Mainz-Kastel (300 Mitarbeiter, 22 Fachgeschäfte) steht kurz vor der Eröffnung einer neuen Filiale, die – bei Erfolg – den Auftakt zu einer neuen Marke bilden kann. In Wiesbaden soll das Fachgeschäft mit dem ungewöhnlichen Namen „Biokaiser*in“ im Spätsommer ans Netz gehen, wenn zugesagte Materiallieferungen pünktlich eintreffen. Bei der Einrichtung soll auf ökologische Lösungen gesetzt werden. Die wohl erste Genderfiliale des Bäckerhandwerks soll den inklusiven Gedanken zum Ausdruck bringen. Geplant wurde sie nach Auskunft einer Bäckereisprecherin von jungen Mitarbeitern des Betriebes. „Uns ist die Gleichstellung aller und das Sehen von Minderheiten ein Anliegen“, teilte Unternehmenssprecherin Shari Fischer dem Lokalmagazin „Merkurist“ mit. Kundenseitig berichtete Fischer von „vor allem begeisterten Rückmeldungen.”
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5. Handtmann: Spezialisierter Service für Industrie und Handwerk
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Hartmut Adelfang (links) arbeitet als Key Account Manager bei Handtmann, Bernhard Vetter betreut die Handwerksbetriebe. Foto: Handtmann 2022.
Die Systeme der Handtmann Maschinenfabrik sind in verschiedenen Leistungsstufen ausgelegt und können passgenau vom handwerklichen bis zum industriell produzierenden Backbetrieb eingesetzt werden. Für eine optimale Betreuung sorgt das deutschlandweite Handtmann Servicenetz. Mit im Team ist Hartmut Adelfang, der als Key Account Manager umfassende Beratung bietet. Aufgewachsen im elterlichen Bäckereibetrieb, bringt der Bäckermeister, Konditormeister und Betriebswirt langjährige Berufserfahrung als Betriebsleiter in der Backwarenbranche und im Bereich Investitionsgüter Backwaren mit. Ansprechpartner für Handwerksbetriebe in ganz Deutschland ist Bernhard Vetter. Als Bäckermeister und -techniker arbeitete er in zahlreichen Backbetrieben im In- und Ausland in der Anwendungstechnik und Produktentwicklung. Als DLG Sachverständiger für Brot und Kleingebäck, Mitglied im Ausschuss Bäckereitechnologie und bei der VDB kennt er alle Anforderungen einer Bäckerei bis ins Detail. In einem firmeneigenen Bäckerei-Technologiezentrum mit voll ausgestatteten Produktionsräumen können Interessenten die Herstellung ihrer Produkte und Produktideen auf Handtmann Maschinentechnik testen. Weitere Infos auf der Website des Unternehmens.
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6. Großes Lob für 30 neue Bäckermeister
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Die Abschlussklasse des letzten Bäcker-Meisterkurses an der Akademie Weinheim ist von Akademiedirektor Bernd Kütscher als „besonders bemerkenswert“ gelobt worden. Die 30 Teilnehmer hätten bei der dreitägigen praktischen Prüfung „enorme Leistungen vollbracht“, wie er erklärte. „Auch die Leistungen in den fachtheoretischen, betriebswirtschaftlichen und pädagogischen Prüfungsteilen waren überdurchschnittlich.“
Die Absolventen stammen aus Deutschland, Österreich und Japan. Als Prüfungsbeste erhielten Johanna Lenhardt (Oberelsbach), Annika Heislitz (Mainz) und Lena Kliem (Rosenheim) die Förderpreise der Wiesheu-Stiftung. Für die beste praktische Meisterprüfung wurde Johannes Dhein (Argenthal) gesondert geehrt.
Die weiteren Jungmeister sind John Alexander Boos (Hamburg), Hannes Patrick Clauß (Lenningen), Marcel Ewald (Welgesheim), Stefan Faust (Laufach), Katrin Hirse (Kleinostheim), Aaron Jachnik (Koblenz), Dominik Jakob (Bensheim), Alexander Jung (Simmern), Maximilian Klecker (Klingenberg), Marco Kopf (Schuttertal), Julia Lang (Breuberg) (Konditormeisterin), Dominik Lippok (Münster), Alina Martynenka (Heppenheim), Kentaro Matsumoto (Japan), Stefan Mayer (Ziemetshausen), Michael Josef Miedl (Bad Endorf), Nico-André Müller (Oldendorf-Luhe), Leon Pfeifle (Freiburg), Jan Richter (Wolfenbüttel), Mathias Schachinger (Asten/Österreich), Valentin Schmidt (Baindt), Lisa Sophie Schultz (Potsdam), Meinrad Stetter (Pfaffenhofen), Maren Thiel (Dudeldorf), Lea Wagner (Eußenheim), Lucy Weiß (Kleinostheim) und Florian Zettl (Fahrenbach).
7. Tipp der Woche: Wie Sie bei Personalmangel den Aufwand in den Filialen reduzieren, Teil 2
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Eine Kolumne von Katja Thiele-Hann.
Das Problem.
Reinigungsarbeiten sind bei Verkäuferinnen extrem unbeliebt. Sie führen deshalb oft zu Unzufriedenheit und Wechselbereitschaft in Berufe, die von Montag bis Freitag einen nine-to-five-Job versprechen.
Was ist zu tun?
8. Nachweislich sauber
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Die Kommunikation mit den Filialen gehört zu den besonders fordernden Aufgaben des Bäckerhandwerks. Rundschreiben werden von vielen nicht gelesen, Arbeitsanweisungen getreulich in den Filialmappen abgeheftet, wo sie dann sicher ruhen. Besonders spannend wird die Sache, wenn Mitarbeiter dem Arbeitgeber bestätigen müssen, dass Sie über eine neue Regelung informiert wurden. Das Einsammeln der Unterschriften bedeutet für die Verwaltung viel Nachtelefoniererei. Und dann ist da noch das Problem mit eigentlich veralteten Anweisungen, die aber nicht aus der Filialkladde entfernt wurden. Kurz: So ein wirklich kontrollsicheres System aufzubauen, ist fast unmöglich. Weiterlesen
9. Die VDB feiert Geburtstag und lädt ein
Das Herz der VDB schlägt vom 18. bis 20. September 2022 in der Residenzstadt Detmold. Mitglieder und Gäste aus Deutschland, Österreich und der Schweiz treffen sich zum Austausch, Kennenlernen und Netzwerken. Auf dem Programm stehen zum einen die Mitgliederversammlung, zum anderen wieder zahlreiche Betriebsbesichtigungen und natürlich die Erinnerung an 70 Jahre VDB. Auch die Gelegenheit, in lockerer Runde Kontakte zu knüpfen, wird nicht zu kurz kommen.
Die Erfahrung zeigt: Der frühe Anmelder fängt den Wurm. Oder anders gesagt: Die Teilnehmerzahl bei den Betriebsbesichtigungen ist begrenzt. Wer sich zuerst anmeldet, hat bei den Besichtigungen auch noch die volle Auswahl und kann sich seine Termine frei zusammenstellen. Geplant sind nach aktuellem Stand Besuche bei
- Zerlegebetrieb Tönnies, Wiedenbrück
- Ernst Böcker, Minden
- Detmers Getreide-Vollwertkost, Bielefeld
- WP Kemper, Rietberg
Auf der Rednerliste zum Thema „70 Jahre VDB“ stehen Prof. Dr. Dr. h.c. Friedrich Meuser, André Bernatzky (ADB Sachsen), Dr. Bertrand Matthäus und Norbert Lötz von Harry Brot.
Anschließend findet die Mitgliederversammlung statt. Geplant sind unter anderem folgende Punkte:
- Bericht des Präsidenten und Aussprache
- Geschäftsbericht 2020 & 2021
- Bericht der Rechnungsprüfer
- Entlastung des Vorstands und der Geschäftsführung
- Bestätigung des Präsidiums nach Wahl in der Gesamtvorstandssitzung vom 18. September 2021
- Wahl der Rechnungsprüfer
- Ehrungen für 25-jährige und 40-jährige Mitgliedschaft
- Verschiedenes & Ausblick
Die VDB-Mitgliedschaft lohnt sich natürlich auch im Rahmen der Jahrestagung. VDB-Mitglieder aus der gesamten Dachregion zahlen nur 130 Euro, der Preis für Gäste beläuft sich auf 160 Euro. In der Teilnahmegebühr enthalten sind zwei Abendveranstaltungen (inkl. Verzehr), die Betriebsbesichtigungen mit Bustransfer sowie die Verpflegung vor und während der Mitgliederversammlung. Anmelden können Sie sich ab sofort bei der Bundesgeschäftsstelle der VDB über diesen Link. Die Geschäftsstelle hält auch eine Liste mit Hotels bereit, die Sonderkonditionen zur Jahrestagung bieten.
10. VDB Forum Süd: Fortschritt durch Krise im Bäckerhandwerk
Die VBD-Landesgruppen Bayern und Baden-Württemberg laden ein zum VDB-Forum Süd:
Fortschritt durch Krise im Bäckerhandwerk. Nachhaltig, digital und modern in die Zukunft
Programm:
Besichtgung und Vorstellung der „H-Albzeit“ von Heiner Beck.
Eine schwäbische Markthalle mit Bäckerei, Metzgerei und Gastronomiekonzept.
Künstliche Intelligenz für Bäckereien.
Digitale Hilfe zur Bestelloptmierung, Retourensteuerung und mehr Nachhaltigkeit ... Mit der Firma „Bäcker-AI“ & Bäckereien mit praktischer Anwendung
Der Weg zur Tagesbäckerei mit Hilfe des Pre-Bake Verfahren.
Vorstellung der Firma IceCool mit der PreProofer Methode
Blickpunkt: Weizen.
Spagat zwischen mehr Nachhaltigkeit und globaler Produktionsmenge sowie die Folgen für Bäcker. Mit apl. Prof. Dr. Friedrich Longin, Universität Hohenheim
Zeit: 27. September 2022, 10:00 bis 16:00 Uhr
Ort: H-Albzeit, Nellinger Str. 25, 89188 Merklingen (direkt an der A8)
Die Teilnahmegebühr von 120,00 Euro (VDB-Mitglieder) / 160,00 Euro (Nicht-Mitglieder) enthält Verpflegung und Getränke. Anmeldeschluss: 10. September 2022. Anmeldung per E-Mail unter info@vdb-ev.net oder telefonisch unter 05231-61664-299
Impressum:
Presserechtlich verantwortlich für den Bäckerwelt-Newsletter ist die
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