Newsletter 38/2022
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Inhalt Allgemeine Nachrichten
- Demonstration: Bäcker fordern Unterstützung
- Norwegische Kapitalgesellschaft steigt bei Bäckerei Görtz ein
- Energiekosten: Auch Handwerksbäckern soll geholfen werden
- 70 Jahre VDB: Große Geburtstagsfeier in Detmold
- Magdeburg: Modernste Mühle startet
- Das schaffen wir nur gemeinsam – Erfolgskompass Teil II
- Corona, Inflation, Energie: Thilmann Brot ist insolvent
- Goldjunge-Insolvenz: Fränkische Holzofenbrot in Schwierigkeiten
- Tipp der Woche: Mit den Mitarbeitern auch positive Dinge besprechen
1. Demonstration: Bäcker fordern Unterstützung
Am 14. September 2022 versammelten sich rund 2.000 Bäcker zu einer Protestkundgebung in der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover. Sie machten ihrem Unmut über mangelnde Unterstützung des Bäckerhandwerks durch die Politik in der Energiekrise Luft. Foto: BW / Lukas Orfert 2022
„Die Lunte brennt“, rief Axel Oppenborn (Calenberger Backstube) auf der großen Protestkundgebung der Bäcker seinen versammelten Kollegen zu. „Und irgendwann ist die Lunte dann abgebrannt.“ Ausgerüstet mit Transparenten und Trillerpfeifen machten rund 2.000 Bäcker am 14. September 2022 in Hannover ihrem Unmut über mangelnde Unterstützung Luft. Viele Betriebe in der Region hatten ihre Verkaufsstellen um 14 Uhr geschlossen, um den Mitarbeitern die Teilnahme zu ermöglichen. Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) forderte die Einführung eines Energiepreisdeckels. Sein Wirtschaftsminister Althusmann (CDU) blies ins selbe Horn: „Seit Juli weise ich in Berlin darauf hin, dass wir in Niedersachsen mittlerweile mit 20 Prozent Betriebsaufgaben rechnen müssen.“ Einen Vorschlag zur Finanzierung von Unterstützungsmaßnahmen lieferte er gleich mit: „Wer 25 Milliarden Euro durch die Energie-Umlage in der Rücklage hat, der sollte diesen Betrag einsetzen, damit den Handwerkern und dem Mittelstand in Deutschland schnellstmöglich Hilfe geleistet werden kann.“ Im Anschluss an die Kundgebung zogen die Teilnehmer zunächst durch Hannover, um dann einen Autokorso zu veranstalten. Dabei fuhren rund 175 Lieferwagen aller Größenordnungen durch die Innenstadt.
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2. Norwegische Kapitalgesellschaft steigt bei Bäckerei Görtz ein
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3. Energiekosten: Auch Handwerksbäckern soll geholfen werden
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Foto: 0fjd125gk87 / Pixabay 2014
Der Protest war immens – und anscheinend zumindest teilweise erfolgreich: Nachdem Handwerksbäckereien zunächst nicht in das Energiekostendämpfungsprogramm (EKDP) der Bundesregierung aufgenommen worden waren, deutet sich eine 180-Grad-Wende an. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat zugesagt, sich für die Aufnahme energieintensiver Handwerksbetriebe wie Bäckereien einzusetzen. Das Hilfsprogramm war ursprünglich auf Industriebetriebe zugeschnitten, die die erhöhten Energiepreise nicht auf ihre Kunden umlegen können, weil sie im internationalen Wettbewerb stehen und im Anhang I der Leitlinien für staatliche Klima-, Umweltschutz- und Energiebeihilfen (KUEBLL) verzeichnet waren. Bislang haben sich rund 2.500 Betriebe angemeldet. Diese Begrenzung soll jetzt aufgehoben werden; über die Details wird diskutiert. Die Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion Katharina Dröge forderte Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) vorsorglich dazu auf, „einen zweistelligen Milliardenbetrag“ zur Verfügung zu stellen.
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4. 70 Jahre VDB: Große Geburtstagsfeier in Detmold
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Das VDB-Präisidum freut sich über den gelungenen Festakt, von links: Frederik Groß, Jennifer Schorr, André Bernatzky, Dirk Waclawek und Thomas Ludwig. Hartmut Grahn und Helmut Schön hatten krankheitsbedingt nicht teilnehmen können. Foto: BW / Dirk Waclawek 2022
Die Vereinigung der Backbranche (VDB) hat ihren 70. Geburtatsg mit einer Festakt in Detmold begangen. Vom 18. bis 20. September standen Betriebsbesuche, Referate, die Mitgliederversammlung und nicht zuletzt das Netzwerken auf dem Programm. Das Organisationsteam der Geschäftsstelle in Detmold war gleich zu Beginn mit einer besonderen Herausforderung konfrontiert worden: Coronabedingt konnten Präsident Hartmut Grahn, Geschäftsführer Tobias Schuhmacher sowie Festredner Prof. Dr. Friedrich Meuser nicht persönlich teilnehmen. Alle drei waren aber per Goto Meeting zugeschaltet. Vizepräsident André Bernatzky, der vertretungsweise die Moderation übernahm, dankte zuerst den Mitarbeitern der Geschäftsstelle – Jörn Weiler und Louisa Nagel – für ihren großen Einsatz bei der Planung und Durchführung der Jahrestagung. In Detmold wurde bekannt gegeben, dass das Präsidium um zwei Gäste erweitert wurde: Jennifer Schorr und Frederik Groß haben sich zu ehrenamtlicher Mitarbeit bereiterklärt und sollen bis zur nächsten Mitgliederversammlung in die Aktivitäten des Präsidiums eingeführt werden. Ein Schwerpunkt der Arbeit – das machte auch Bernatzky in seiner Rede deutlich – soll in einem erweiterten Angebot für in der VDB bisher unterrepräsentierte Gruppen liegen: „Die Filialleiterin hat ebenso einen Platz in der Vereinigung wie die Kolleginnen und Kollegen aus der Produktion oder der Zulieferbranche.“ Mehr über die Jahrestagung lesen Sie in der nächsten Ausgabe der Backtechnik Europe.
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5. Magdeburg: Modernste Mühle startet
<!--[if (gte mso 9)|(IE)]> <![endif]-->Der Chef der Magdeburger Mühlenwerke, Christof Engelke, spricht bei der Eröffnung des Neubaus am 14. September 2022 zu den zum Festakt erschienen Gästen. Foto: BW / Dirk Waclawek 2022
Am 14. September hat in Magdeburg eine der modernsten und leistungsfähigsten Mühlen Deutschlands die Arbeit aufgenommen. Die Magdeburger Mühlenwerke, die zur Mühlengruppe der Famile Engelke gehören, erreichen mit dem Neubau eine Vermahlungskapazität von 400.000 Tonnen Getreide im Jahr. Zur Eröffnung erschienen waren unter anderem Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff, Landwirtschaftsminister Sven Schulze, Bäckerpräsident Michael Wippler und noch jede Menge Prominenz mehr. Inhaber Christof Engelke (Foto) nutzte die Gelegenheit, um die Politiker auf die schwere Lage des Mittelstandes im Allgemeinen und der Bäcker im Besonderen hinzuweisen.
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6. Erfolgskompass (Teil II) jetzt zum Download – kostenfrei für Abonnenten
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Der Erfolgskompass II ist erschienen. In der aktuellen Ausgabe dreht es sich um Backstube und Rohstoffe. Die Redaktionen des INGER Verlages haben dafür aus allen Zeitschriften des Hauses die besten Beiträge zusammengetragen, die sich der Optimierung der Produktion widmen. Für Abonnenten ist die Navigationshilfe kostenlos.Der Verlag möchte so den Bäckern helfen, sicher durch die Krise zu kommen Zugangsdaten finden Sie auf dem Adressaufkleber Ihrer Fachzeitschrift Back Journal, BäckerGastro, Coffee Business, Bäcker Zeitung, DBZ Magazin, Filialmanagement und Artisan.
Hier können Sie den Erfolgskompass herunterladen.
Ihr Team des INGER Verlages
P.S.: Der Erfolgskompass I: Verkauf und Management steht Abonnenten natürlich weiterhin zum kostenfreien Download zur Verfügung.
Und so geht's:
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Smarte Produktionsplanung reduziert Ressourceneinsatz
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Der Wunsch nach optimaler Nutzung aller Ressourcen ist bei steigenden Kosten für Rohstoffe und Energie allgegenwärtig. Zusammen mit der schwankenden Nachfrage der Kunden steigt die Herausforderung für das Personal, stets den optimalen Warendruck in der Auslage zu präsentieren und unnötige Retouren zu vermeiden.
Aber wie kann man den richtigen Zeitpunkt vorhersehen und die entsprechenden Artikel stets frisch und in der richtigen Menge zubereiten?
Genau diese komplexe Aufgabe übernimmt der Intelligente Tagesplaner!
Was macht den Tagesplaner so besonders? Die zugrundeliegende KI prognostiziert die Nachfrage und plant die dafür erforderlichen Produktionsaufgaben minutengenau. In einer kinderleichten Checkliste werden die anstehenden Aufgaben terminiert angezeigt und können einfach erledigt werden. Die Steuerung kann einheitlich aus der Zentrale erfolgen und so die Prozesse in den Filialen vereinfachen. Durch verlässliche Prognosen werden Waren und Ressourcen präzise verwendet und das Personal vor Ort entlastet.
Ihre Vorteile auf einen Blick:
- Präziser Wareneinsatz
- Sinkende Kosten
- Weniger Retouren
- Keine Ausverkäufe
- Kontinuierliche Frische
- Exakt terminierte Produktion
- Einfache und einheitliche Prozesse
7. Corona, Inflation, Energie: Thilmann Brot ist insolvent
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Foto: Gerd Altmann / Pixabay 2014
Die Bäckereikette Thilmann Brot GmbH (Wolken/Rheinland-Pfalz) hat am 13. September 2022 einen Insolvenzantrag gestellt. Neben der Produktionsstätte in Wolken betreibt das Familienunternehmen 20 Fachgeschäfte in Koblenz und Umgebung. Darüber hinaus beschickt Thilmann Brot fünf Wochenmärkte und verkauft über Land. Die Löhne und Gehälter der insgesamt 93 Mitarbeiter sind bis Ende November 2022 über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit gesichert. Oberstes Ziel der Insolvenzverwalter ist nach ihren Angaben die Fortführung des Unternehmens und der Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze. Der Geschäftsbetrieb in der Produktion und in den Fachgeschäften läuft uneingeschränkt weiter. Zudem sei die Belieferung der eigenen Verkaufsstellen mit tagesfrischen Backwaren gesichert. Als Grund für die Schwierigkeiten werden Preissteigerungen bei Rohstoffen und Personal sowie die Corona-Pandemie angegeben. Dazu würden nun die gesteigenen Energiepreise kommen, die man nicht an die Kunden habe weiterreichen können. Die Großbäckerei Thilmann gehört seit 30 Jahren dem Demeter Verband an und backt täglich sechs Sorten Demeter Brot Spezialitäten. Neben einer großen Brotauswahl bietet Thilmann ein umfangreiches Sortiment an Teilchen, Kuchen und Dauergebäck an, das ebenfalls täglich frisch gebacken wird.
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8. Goldjunge-Insolvenz: Fränkische Holzofenbrot in Schwierigkeiten
Foto: joduma / Pixabay 2014
Die Insolvenz der Bäckerei Goldjunge (Langenzenn/Franken) zieht insofern Kreise, als jetzt auch die Bäckerei „Original Fränkische Holzofenbrot“ aus Ottensoos in Schwierigkeiten geraten ist. Sie leidet zwar nicht unter den hohen Kosten für Gas oder Strom, weil der Ofen mit Holz befeuert wird. Aber das ist auch teurer geworden. Hinzu kommt, dass die Holzofenbäckerei ihre Brote zu einem Gutteil über Goldjunge vertreibt und auch die allgemeinen Kosten gestiegen sind. Insolvenzverwalterin Elske Fehl-Weileder sieht das Insolvenzverfahren „als wichtige Atempause, in der wir den Geschäftsbetrieb stabilisieren und die Sanierungsoptionen prüfen können“. Da es sich bei der Holzofenbäckerei um eine starke Marke handele, sei sie für den Ausgang des Verfahrens optimistisch.
9. Tipp der Woche: Mit den Mitarbeitern auch positive Dinge besprechen
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Katja Thiele-Hann ist Inhaberin der kth-Beratung für Bäckereien. Foto: kth 2022
Eine Kolumne von Katja Thiele-Hann.
Das Problem.
Von den Sorgen des Bäckerhandwerks ist zurzeit überall zu lesen. Auf die Stimmung im Betrieb kann das sehr negative Auswirkungen haben. Mitarbeiter werden sich zum Beispiel fragen „Ist mein Job noch sicher?” oder „Kann ich meiner Tochter die Ausbildung in unserem Betrieb empfehlen?”
Was ist zu tun?
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10. Wohin mit der Kaffeemaschine?
Kaffeestation der Bäckerei Rauchensteiner (Geisenhausen/Bayern). Foto: BW / Dirk Waclawek 2022
Sie kennen die Geschichte vom Bäcker der sich wunderte, warum seine Aktion „Ein Stück Kuchen mit einer Tasse Cappuccino zum Super-Sonderpreis“ so schlecht bei den Kunden ankam? Die Lösung fand er, als er seine Filialen besuchte: Von der Kuchentheke bis zur Kaffeemaschine waren es sieben Meter, und der Weg führte am Nadelöhr Ladenbackofen vorbei. Die Verkäuferin, die da noch auf das Sonderangebot hinwies, brauchte die Selbstverleugnung einer Heiligen. In einigen Filialen hatten die Mädels sogar das Werbeplakat heimlich verschwinden lassen. Das Angebot war also nicht bei den Kunden schlecht angekommen, sondern bei den Filialteams. Weiterlesen
11. Das Buch zum Preis: „Transformation des Backens“ ist erschienen
Screenshot: eberhard-paech-preis.de 2022
Das Warten hat sich gelohnt: Soeben ist das Buch über die Geschichte des Paech-Preises erschienen, das gleichzeitig auch eine Kultur- und Technikgeschichte des Backens der jüngsten Zeit geworden ist. Das Buch wurde geschrieben von Oliver Seifert und Professor Friedrich Meuser und enthält außerdem Beiträge von Ulrike Detmers, Wilko Quante und Michael Wippler. Es ist 170×240 mm groß, hat 180 Seiten und ist durchgängig farbig bebildert. SIe können es für 29,90 Euro direkt über die Website der Eberhard-Paech-Stiftung bestellen. Dort können Sie auch einen Blick ins Buch (PDF) werfen.
12. Weitere Termine der VDB
VDB Forum Süd
Termin: 27. September 2022
Veranstalter: VDB Deutschland Süd
Besichtigung „Laden & Café-Konzept“
Termin: 5. Oktober 2022
Veranstalter: LG Baden-Württemberg
Brennpunkt Energie
Termin: 18. Oktober 2022
Veranstalter: LG Baden-Württemberg
Teigteilung und mehr! Fünf Erfolgsfaktoren für die effiziente Herstellung eines breiten Backwarensortiments
Termin: 18. Oktober 2022
Veranstalter: LG Berlin-Brandenburg
VDB-Workshop „Backen ohne Hefe - individuelle Starter und Sauerteige“ bei BÄKO-Österreich
Termin: 19. Oktober 2022
Veranstalter: VDB Österreich
Südback, täglich um 14 Uhr: VDB-Treff am Stand des LIV
Termin: 22.–25. Oktober 2022
Veranstalter: VDB Deutschland
Um sich für eine der genannten Veranstaltungen anzumelden, wenden Sie sich bitte direkt an die VDB.
Impressum: Presserechtlich verantwortlich für den Bäckerwelt-Newsletter ist die INGER Verlagsgesellschaft mbH Dirk Waclawek Luisenstraße 34 49074 Osnabrück Deutschland Telefon: +49 (0) 541 580544-51 Telefax: +49 (0) 541 580544-99 E-Mail: waclawek@baeckerwelt.de Geschäftsführung: Monika Kordhanke, Henning Tau Register: Amtsgericht Osnabrück HRB 201221 USt. ID: DE 256 842 267 Wenn Sie diese E-Mail nicht mehr empfangen möchten, können Sie diese hier kostenlos abbestellen.
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Autor
Benno Kirsch
Veröffentlicht am
20.09.2022