Plattgekloppt ist in

Die Diskussion, ob die Qualitätsstandards der Profis immer den Verbrauchererwartungen entsprechen, ist nicht neu. Wir kennen einige Bäckereien, die kaum noch an Brotprüfungen teilnehmen, weil ihre Kunden die Brote so lieben wie sie sind, die Brotprüfer aber nicht. Und in der Tat: Die Fokussierung auf Qualitätsstandards kann den Blick auf die Anforderungen des Marktes vernebeln. Nehmen wir die sogenannten Smashed Produkte, denen zum Beispiel im Internorga Foodzoom eine große Zukunft vorhergesagt wird. Bei einem Burger mag der Trend des Plattkloppens oder Plattdrückens noch objektiv nachvollziehbar sein. Hier wird das Hack auf die Grillplatte gedrückt, was tatsächlich ein anders schmeckendes Produkt ergibt. Aber beim Smashed Croissant wird ein schönes Croissant grausam plattgekloppt. Da tüftelt der Bäcker also über Jahre am Herstellungsverfahren, investiert noch sicherheitshalber in eine teure Vakuumkonditionierung und am Ende wird das perfekte Croissant dann flunderplatt an die trendaffine Kundschaft verkauft. Aber gut, der Kunde ist König. Er scheint auch bereit zu sein, für die Dienstleistung des Plattkloppens einen Aufpreis zu zahlen, also sollten sich die Bäcker nicht verweigern. Mit Kunden diskutiert man nicht. Vor allem nicht über Qualität.
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Autor
Dirk Waclawek
Veröffentlicht am 17.03.2026
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