Vom anderen Stern

Die Gastronomie gehört zu den Branchen, die in Deutschland am härtesten von der Corona-Krise betroffen sind. Viele Standorte werden sicher auch im Dezember nicht die Umsätze des Vorjahresmonats erreichen. Ob und wann die Betriebe die Verluste verarbeiten und die Schulden wieder abstottern können, steht in den Sternen. Angesichts dieser Realität scheint die Mindestlohnkommission allerdings auch auf einem anderen Stern zu leben. In den nächsten zwei Jahren soll der Einstiegslohn um rund zehn Prozent steigen. Begründung: Im Jahr 2022 wird die Wirtschaft ja auch wieder das Niveau von 2019 erreichen. Verstehen Sie die Logik? Produktivitätswachstum gleich null. Lohnwachstum zehn Prozent? Wird der Entwurf genehmigt, kann das nur zum Verlust von Arbeitsplätzen führen – gerade im niedrig qualifizierten Bereich. Von den Beschäftigten in diesem Segment haben schon heute viele keine Jobs mehr. Was hilft es denen, wenn ihre potenziellen Arbeitgeber nicht mehr auf die Füße kommen? Ich finde, es ist höchste Zeit, dass Sie Ihrem Bundestagsabgeordneten einmal einen Brief schreiben.
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Autor
Christin Krämer
Veröffentlicht am 07.08.2020
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